Polemik, heute.

Ich bekenne mich…

… ich spiele so genannte “Killer-Spiele”. Also Vorsicht, bitte.

Mal ehrlich, ich weiss im Moment nicht wer hier ein gestörtes Weltbild bzw. Wirklichkeitsbild hat. Ist es der Computerspieler der einen Großteil seiner Freizeit am PC spielend verbringt und in Fantasiewelten abtaucht oder ist es der Politiker der den Unterschied zwischen Realität und Virtualität nicht erkennen kann oder schlimmer noch, nicht will?

Ja ich weiss, dass Computerspiele - wie eigentlich alle Spiele - ein gewisses Suchtpotential haben und das sollte sehr sehr ernst genommen werden. Wie überall im Leben (sei es virtuell oder real) gilt es ein “gesundes Mass” zu finden.

Wenn Politiker meinen, das man das “gesunde Maß” durch ein Verbot bestimmen kann, kann ich nur lachen - wann hat so was überhaupt mal funktioniert? Ok, es ist eine sehr einfach Formel, die man Gebetsmühlenartig immer wieder, wenn so was Schreckliches wie in Emsdetten passiert, herunter beten kann.

Also, stellt sich die Frage nach dem gesunden Maß. Was ist noch gesund und wo sollte man sich fragen ob noch alle richtig läuft? Diese Fragen sind nicht neu und werden auch nicht alt. Schaut man mal in andere Felder des sozialen Lebens so sieht man, das diese Frage auch im Bezug auf den Alkoholkonsum gestellt wird und es noch keine eindeutige Antwort existiert - oder doch?

Ein Glas Rotwein zum Essen gilt eher als Gesund, denn Gesundheitsschädlich. Brauch ich das Glas Wein aber schon zum Essen “weil das Essen sonst nicht schmecken würde”, würde ich das schon als bedenklich ansehen.

Kann man so was auf die Computerwelt übertragen? Ich behaupte ja. Wichtig ist es, dass der Spieler den Unterschied zwischen Realität und Virtualität kennt und das kann kein Gesetz auf der Welt sicherstellen. Das Einzige was man in diesem Bereich machen kann und auch sollte, ist den Kindern schon rechtzeitig eine Medienkompetenz zu vermitteln.

Würde die Politik weniger nach Verboten schreien und sich mehr um die Ausbildung von Pädagogen kümmern, wäre allen besser geholfen.

Solche Amokläufe wie in Emsdetten oder Erfurt werden nie zu vermeiden sein - man kann als Gesellschaft nur dafür sorgen das sie die große Ausnahme bleiben. Dazu gehört es auch, dass sich Eltern, zu mindesten etwas für Ihre Kinder interessieren und dazu gehört es auch nicht immer so erwachsen zu sein….

So, ich werde dann mal Endliche Automaten, mit Hilfe von linearen Gleichungssystemen , in einen von mir gewünschten Zustand bringen. Soll heißen, ich werde jetzt eine Runde Killer-Spiele spielen… oder mich in einem Schützenverein anmelden …. WATCH OUT.

Nachtrag: http://www.golem.de/0612/49359.html

2 Responses to “Ich bekenne mich…”

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    Der andere Jens Says:
    December 7th, 2006 at 9:42 am

    Gut analysiert. Da haben die paar Semester Soziologie ja doch was gebracht ;-) .
    Mal was anderes, was machst du an deinem Geburtstag? Melde Dich doch mal.
    Gruß, Der aus Gießen.

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