Polemik, heute.

Fleisch und Wurst sind das neue Obst und Gemüse.

Mein Bekannter Dennis schreibt in seinen Blog seinen Frust von der Seele, den er als Vegetarier verspürt.

(c) by http://flickr.com/photos/osakajon/

Ich muss sagen, ich gebe Ihm in allen Punkten recht und das obwohl ich selbst ganz und gar kein Vegetarier bin.  Ich plädiere eher dafür, dass mehr Menschen sich dem Fleisch Konsum versagen. Stellt euch einfach mal die Frage “Könnte ich das Tier das ich essen will auch selbst schlachten?”.

Mit selbst schlachten meine ich nicht das technische vorgehen, sondern die Überwindung das Lebewesen zu töten. Ich wette die meisten Leute beantworten sich die Frage mit einem klaren Nein.

Also fragt euch mal ehrlich ob Ihr wirklich Fleisch essen müsst. Klar in der modernen Welt in der wir leben brauchen wir nicht mehr zu wissen welches Gesicht unser Essen mal hatte. Es ist halt alles schön bequem, wenn man Hunger auf ein Schnitzel hat, so bestellt man es entweder oder geht zum Metzger und lässt sich ein Scheibe Schwein oder Kalb geben. Man braucht auch nicht soweit zu gehen. Wann hast Du denn das letzt mal ein frisches Huhn vom Wochenmarkt gekauft. Eins bei dem die Innereien nicht in einer Tüte liegen?

Das “Problem” ist, wenn mehr Menschen auf den Fleisch Konsum verzichten werden die Preise von Fleisch weiter steigen. Dann kommen wir dahin, dass wir nicht mehr jeden Tag Fleisch auf dem Tisch haben werden. Was im Grunde nicht das schlimmste ist, was uns passieren kann. Das würde die Massentierhaltung reduzieren und wir bekämen eine bessere Fleischqualität auf unsere Teller. So ich zieh meine Rosarote Brille wieder ab und lasse den Baum wieder los.

Btw: Dennis, wir stehen an der Spitze der Nahrungskette. Weisst Du auch warum? Weil wir das Teil erfunden haben!

6 Responses to “Fleisch und Wurst sind das neue Obst und Gemüse.”

  1. User Gravatar

    Also ich finde er hat etwas ausgelassen. Im Bezug auf Pflanzen sind auch Lebewesen: Er hätte noch zur Vollständigkeit erklären sollen warum es dann nicht OK wäre—wenn man aus ethnischen Gründen keine Tiere verletzen will— Tiere schmerzfrei zu töten (z.B den Kopf wegblasen wenn die Tiere von sich aus eingeschlafen sind). Und sie dann zu Essen.

    WENN es rein um das Töten geht dann darf man auch keine Pflanzen ermorden, denn sie sterben auch wenn man sie zu Nahrung verarbeitet.

    Wenn man mit der fleischlosen Lebensweise die Tiere vor Quälerei “schützen” will dann wäre das Argument mit dem: Pflanzen haben kein ZNS O.K.

  2. User Gravatar

    @ Sam - interessanter Punkt. Ich glaube - nach einigem Nachdenken - trotzdem, dass es nochmal einen Unterschied zwischen Pflanzen und Tieren gibt. Das zentrale Nervensystem bedeutet ja nicht nur Schmerzempfinden, sondern eben auch Bewusstsein. Das macht meines Erachtens schon einen Unterschied bei der ethischen Diskussion des Tötens - Quälerei hin oder her.

    Ich kann aber deinen Einwand nachvollziehen, und wenn jemand diese Meinung vertritt, dann ist das okay für mich. :-) An diesem Punkt ist das ja sowieso eine reine Glaubens-, bzw. eine ideologische Frage.

  3. User Gravatar

    Ein bewust sein wird den meisten Tieren von Biologen nicht zugesprochen (Zugegeben, dass ist bei einigen Primaten anders).

    Ist es dann in Ordnung alle Tieren den kein Bewustsein zugesrpochen wird Schmerzfrei zu töten um sie zu essen?

  4. User Gravatar

    Bewusstsein hat zwei semantische Bedeutungsebenen. Bewusstsein im Sinne von “über sich selbst nachdenken können” und “sein Tun reflektieren können” haben Tiere nicht, das stimmt. Wohl aber die Fähigkeit, komplexe Sinneseindrücke zu verarbeiten - womit wir wieder beim zentralen Nervensystem wären. Und deshalb macht es für mich auch einen Unterschied, ob man tierisches oder pflanzliches Leben zu Nahrungszwecken auslöscht. Aber wie gesagt, das ist halt eine Glaubensfrage. Ich verstehe, worauf du hinaus willst, und deinem Standpunkt zufolge wäre schmerz- und qualfreies Töten zur Nahrungsgewinnung legitim.

  5. User Gravatar

    EDIT: Das würde aber industrielle Fleischproduktion nach wie vor ausschließen - es dürfte nicht möglich sein, Tiere in diesem Ausmaß artgerecht zu halten.

  6. User Gravatar

    Ich will jetzt hier nicht eine Haarspalterei und Grundsatz Diskussion über Tierbewusstsein und der Fähigkeit von Pflanzen auf äußere Faktoren zu reagieren los treten. Denn mich stört es nicht anderes Leben zu vernichten um meinen Nahrungsbedarf zu stillen.

    Ich achte die Industrielle Fleischverarbeitung auch nicht hoch. Alleine schon wegen der miesen Arbeitsbedingungen für Menschen. Ich kann da dem Standpunkt von Jens gut mit vertreten. Wer nicht in der Lage ist ein Tier zu töten es auszunehmen und es anschließend zu verspeisen. Sollte sich mal ernsthaft überlegen ob er das Omnivoren-Dasein noch länger vertreten kann.

    Ich frage mich ob die Revolution des user-generated-content auch bald auf die Nahrungsmittel übergreift. So eine user-generated-food Welle würde der ganzen Industrie mal den Kopf waschen. Nur leider ist die Möglichkeit, selber Nahrung anzubauen und zu züchten, durch steigende Überbevölkerung, und damit verbundenen Platzmangel, nicht oft gegeben.

Leave a Reply