Polemik, heute.

Erlebnis Gastronomie…

Nach langer Zeit bin ich heute wieder mal mit ein paar alten Freunden durch die Kneipen gezogen. Das heisst meine Freunde ziehen warscheinlich noch, wärend ich super angefrusstet versuche mein Leid einem nicht vorhandenen Publikum zu schildern.

Der schnell entwickelte Plan sah vor, dass wir uns im Kino eigenen Alkoholausschenkladen treffen um dort Cocktails und das eine oder andere Bier zu verkonsumieren. Was man nicht alles macht, um den Aufschung anzuschieben. Der geneigte Leser mag sich gerade verwundert am Haupte kratzen und sich denken: “Hey sind diese Gaststätten nicht überdurchschnittlich teuer?”. Ja, sind sie in der Regel tatsächlich, weil sie entweder eine recht teuere Pacht zahlen müssen oder dem Kinobetreiber selbst gehören und er die Möglichkeit nutzt mehr Gewinn einstreichen zu können - es sei ihm auch gegönnt. In unserem Fall, sprechen die Preise für sich. Das 0.5l Weizenbier für 2 Euro und einen süßen Cocktail für was um die 2.50 Euro - da kann ma net meckern. Aber hey, das soll hier keinen Lob werden, polemic is the channel. Billig ist halt nicht alles.

Wir stürmen nun in die leeren und verlassenen Hallen des Betriebes und werden von den sanften Gebrüll der Stereoanlage empfangen. Als alter Kneipkur Anhänger realisierte ich sofort, dass wir dem Personal etwa 2.5 fach Überlegen waren. Die Chancen sahen gut aus etwas zu trinken zu bekommen. Aber oh weh, ich armer naiver Mensch. Das Wirtstier brachte zwar die erste Runde Getränke zielsicher an unseren Platz und das war es dann auch.

Es wurde sich angeregt unterhalten, wobei ich feststellen durfte, dass Big Brother wohl immer noch (oder schon wieder) läuft. Ich werde jedes mal bestärkt, dass meine TV abstinenz gold-richtig war. Wie es kommen musste, die ersten unschuldigen Gläser wurden leer. Da man sich aber köstlich unterhielt, bemerkten wir es auch nicht sofort. Da sich meine Freunde immer mehr über das auch so schreckliche Fernsehn Programm unterhielten (ich frag mich echt, wenn es so schlecht ist, warum schaut ihr euch das dann an und vorallem, warum kennt ihr die Namen der BigBrother Insassen? (Tipp: Beschwerden dürfen in die Kommentare.) ).

Wie auch immer, auch mein Bier ging zu Ende und ich nahm verlegen und schüchtern Blickkontakt mit dem Wirtstier auf. Ich muss wohl sehr böse geschaut haben, denn er verschwand ersteinmal für ein paar Minuten in einem Hinterzimmer, in dem sich zu diesem Zeitpunkt auch seine Kollegin befand. Wahrscheinlich musste er nachfragen, was er denn jetzt tun sollte. Sie riet ihm offensichtlich die Ruhe zu bewahren und mal ein Sektglas zu polieren. Diesen Ratschlag setzte er dann auch sofort um und pollierte das Sektglas mit so einer Hingabe und Zuneigung, dass man sich garnicht traute ein weiteres Getränk zu verlassen. Das drehen des Tuches muss die gleiche Wirkung für ihn haben, wie das drehen der tibetischen Gebetsmühlen in Tibet für die dortigen Mönche (Wenn sie nicht mal wieder Aufständig nett sind). Im kontrast dazu brüllte die Musikbox deutschen Gangsterrap in die Hallen. Wortakrobatik - die eines 14 jährigen Jungen würdig - erbrach sich über uns. Wer hätte gedacht das Wort “Stoßstange” mal abgelöst vom automobielen Genres zu hören.

Im Hintergrund fingen meine Freunde an sich über Urlaub und ähnliche Mythen zu unterhalten, aber ich drängte das tiefer in den Hintergrund und griff beherzt zu meinem Mobiltelefon  um eine Stoppuhr anzuwerfen. Ganze 5 Minuten ignorierte uns der Bedienungsmensch, wärend ich ihm wie hypnotisiert beim hummm nunja arbeiten zu sah - zu diesem Zeitpunkt war mein Bierglas schon seit etwa 10 Minuten leer und mal ehrlich, wenn man durst hat ist das eine verdammt lange Zeit. Er hätte uns auch länger ignoriert, wenn sich nicht einer in unserer Runde dazu bereit erklärt hätte lautstark, gegen die Stereoanlage ankämpfend, um Aufmerksamkeit zu bitten. Das muss den armen Menschen hinter dem Tresen verschreckt habe. Es verschwand so schnell im Hinterzimmer wie ein Erdmännchen Kind, das den Warnruf des Elterntieres hört. Ich wusste aber was sich dann im Hinterzimmer abspielte und folgenden Dialog stellte ich mir vor.

Wirtstier: “Du Kollegin, die komischen Leute da hinten, die haben nach mir gerufen - also nicht direkt, die kennen meinen Namen ja nicht - aber alle schauten mich an und einer sagte sowas wie: >> Hey, können wir noch was bestellen<<. Oh mein Gott ohmeingott…”

*leises gewimmer*

Kollegin: “Keine Angst, hier nimm erst mal das Glas und poliere es, das beruhigt dich doch immer. Ja, so ist gut. Ok, wie ich schon heute morgen gesagt habe, diese ‘Leute’ nennen sich ‘Kunden’. Das sind fast echte Menschen und man braucht fast keine Angst zu haben - wenn man geimpft wurde.”

Wirtstier: “Ich bin ja geimpft - aber die sehen so schrecklich aus und ich mag mich denen nicht nähern, der eine sieht so aus als würde er *schluchts* *zitter* Trinkgeld geben.”

Kollegin: “Ok, ich schlage vor Du gehst da hin…”

Wirtstier: “NEIIIINNNNNNNNN”.

Kollegin: “jaja ok ist gut - hier schau mal ein Tulpenglas, die polierst Du doch besonders gerne. Also ok, ich sehe wo das Problem ist, Du hast einfach noch zu viel Angst. Ich würde an deiner Stelle einfach über den gesamt Raum brüllen und fragen was die haben möchten - aber komm nicht auf die Idee an Anlage runter zu drehen, die ‘Kunden’ wollen ja was erleben und dazu gehört auch, dass man taub wird. So nun junger Grasshüpfer, jetzt aber schnell raus - sonst kommen die noch auf die Idee was zu essen zu bestellen.”

Wirtstier: “Omeingottohmeingott”.

Darauf bezahlte ich und gab kein Trinkgeld - man ist ja auch nur ein Mensch.

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